Das weise Herz (gebundenes Buch)

Die universellen Prinzipien buddhistischer Psychologie, Arkana
ISBN/EAN: 9783442338122
Sprache: Deutsch
Umfang: 576 S.
Format (T/L/B): 4.3 x 22 x 14.5 cm
Einband: gebundenes Buch
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"Das weise Herz" durchdringt die Essenz dessen, was Erleuchtung wirklich bedeutet. Jon Kabat-Zinn ?Ein großer Wurf des bekannten Meditationslehrers und unbedingt lesenswert.? Reiki-Magazin
Letztes Jahr leitete ich zusammen mit dem Zenmeister Thich Nhat Hanh eine Konferenz über Gewahrsein und Psychotherapie an der University of California. Als ich auf dem Podium stand und meinen Blick über die mindestens 2000 Menschen schweifen ließ, die sich zu dieser dreitägigen Konferenz eingefunden hatten, fragte ich mich, was sie wohl hergeführt hatte. War es das Bedürfnis nach einer Auszeit, oder suchten sie nach einer intelligenten Möglichkeit, mit Stress, Konflikten, Ängsten und der Erschöpfung umzugehen, die für unseren modernen Lebensstil so charakteristisch sind? War es die Sehnsucht nach einer Form der Psychologie, die spirituelle Aspekte und die Freilegung des höchsten menschlichen Potenzials in ihre Heilungsansätze integrierte? Oder war es eher die Hoffnung auf eine einfache Möglichkeit, den Geist zu beruhigen und das Herz zu öffnen? Auf diese Fragen habe ich letztlich nur eine sehr persönliche und praktische Antwort gefunden, die ich Ihnen hier vorstellen möchte. Denn die Konferenzteilnehmer suchten letztlich die gleiche Inspiration und die gleiche Unterstützung wie die Menschen, die als Schüler in das von mir mitbegründete Meditationszentrum Spirit Rock in der Nähe von San Francisco kommen. Wer immer die lichterfüllte Meditationshalle des Zentrums betritt, läuft nicht vor dem Leben weg, sondern sucht einen klugen Weg, damit umzugehen. Jeder bringt seine persönlichen Probleme mit. Jeder strebt auf seine Weise nach Glück. Die meisten sind um das Los unserer Welt mit ihren ständigen Kriegen und den stetig zunehmenden Umweltproblemen besorgt. Sie fragen sich, in welcher Welt ihre Kinder leben werden. Irgendwo haben sie von Meditation gehört und hoffen nun, die Freude und innere Freiheit zu finden, die die buddhistischen Lehren versprechen. Und dazu einen Weg, wie sie sich auf kluge Weise um die Welt kümmern können. Vor 40 Jahren kam ich auf meiner persönlichen Suche nach Glück in einem Waldkloster in Thailand an, ein verwirrter, einsamer junger Mann mit einer leidvollen Familiengeschichte. Ich hatte gerade einen ersten akademischen Abschluss in Asian Studies erworben und war ins Peace Corps eingetreten mit dem Wunsch, in einem buddhistisches Land Dienst tun zu dürfen. Wenn ich heute zurückblicke, scheint mir klar, dass ich nicht nur meinen familiären Problemen entkommen wollte, sondern auch dem zur Zeit des Vietnamkrieges unübersehbaren Materialismus und dem spezifischen Leiden unserer Kultur im Allgemeinen. Ich gehörte zu einem der typischen Hilfstrupps, welche die Bauern in den Dörfern entlang des Mekong medizinisch versorgten. Bei dieser Gelegenheit hörte ich von einem Meditationsmeister, Ajahn Chah, der auch westliche Schüler aufnahm. Ich war damals voller Hoffnung und hatte die Vorstellung, dass die buddhistischen Lehren mir helfen, ja mich vielleicht sogar zur Erleuchtung führen würden. Nach einigen Monaten, in denen ich Ajahn Chahs Kloster regelmäßig besuchte, legte ich die Mönchsgelübde ab. In den nächsten drei Jahren führte man mich ein in die Übung von Achtsamkeit, Großzügigkeit, liebender Güte und ethischem Verhalten, welche die Grundlage der buddhistischen Lehren bilden. Dies war der Beginn meiner lebenslangen Beziehung zum Buddhismus. Wie nach Spirit Rock heute, so kamen auch damals ins Waldkloster ständig Besucher. Jeden Tag nahm Ajahn Chah seinen Platz auf seiner hölzernen Bank am Rande einer Lichtung ein und begrüßte sie alle: Reisbauern aus der Umgebung, fromme Pilger, Suchende, Soldaten, junge Menschen, Minister aus der Hauptstadt und Schüler aus dem Westen. Alle kamen sie mit ihren spirituellen Fragen, ihren Konflikten, ihren Sorgen, Ängsten und Hoffnungen. Ajahn Chah legte einem Mann, der gerade erst seinen Sohn verloren hatte, sanft die Hand auf, um im nächsten Augenblick mit einem desillusionierten Kaufmann über die Arroganz der Menschen zu lachen. Am Morgen unterwies er einen korrupten Regierungsbeamten in der Bedeutung ethischen Handelns, am Nachmittag meditierte er mit einer frommen alten